Das Gegenteil von Essen

Was geschehen kann, wenn auf eine gute Idee eine schlechte und auf diese eine geschmacklose folgt, demonstriert ein Zürcher Catering-Unternehmen, das in diesen Tagen seinen Betrieb aufnimmt. Die gute Idee: Die Firma liefert Mittagessen fixfertig ins Büro oder nach Hause. Wer bis 10 Uhr vormittags bestellt hat, hat das Gewünschte zwei Stunden später auf dem Teller.
Dabei verheisst – und damit sind wir bei der schlechten Idee – der Name des Caterers nicht zwingend die Haute Cuisine. Aber wer am Arbeitsplatz nicht geniessen, sondern bloss schnell etwas herunterschlingen will, stört sich möglicherweise am Namen «fresskreis.ch» nicht sonderlich (Wenn übrigens in einem grossen Bürogebäude mehrere Angestellte bei fresskreis.ch bestellen, gelten sie als «Fressburg» und erhalten entsprechend bessere Lieferkonditionen. Allein bei dem Gedanken, eine «Fressburg» zu führen, dürften sich einigen imagebewussten Firmenchefs die Nackenhaare sträuben.).
Endgültig geschmacklos wird es jedoch in der Medienmitteilung zum Unternehmensstart. Wer meinte, mit der unsäglichen Werbung für Kellogs Diät-Flocken («Hört auf zu hungern, fangt an zu essen!») sei die Talsohle des guten Geschmacks durchschritten, sieht sich bei fresskreis.ch eines Besseren belehrt: Hier wird niveaumässig kräftig abgetäuft: «Hungrige Bäuche, vereinigt euch, der Fresskreis ist da!»

Warum bloss denke ich bei solchen Werbesprüchen nicht ans Essen, sondern bestensfalls ans Gegenteil?

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0 Gedanken zu „Das Gegenteil von Essen

  1. Lieber Thomas,

    es freut uns natürlich, dass Du unsere grundsätzliche Idee positiv beurteilst. der eigentliche Sinn ist für den Einzelbesteller erstmals eine MIndestbestellmenge zu umgehen und damit eine Bestellung für Ihn erschwinglich zu machen. Die Idee der „virtuellen Bestellgemeinschaft“ wurde u.a. durch die Red Herring Auszeichnung belohnt.

    Dem Namen stehst Du offensichtlich kritisch gegenüber. Wir erfreuen uns einer mehrheitlich positiven – aber auch vereinzelt kritischen Ressonanz. Der Name stammt übrigens aus dem Ausspruch: „Ich habe Dich zum fressen gerne“, was ja eigentlich nicht negativ gemeint ist. Die Kombination ist sicherlich gewagt – zugegeben.

    Vielleich tbist Du ja selber einmal in einem Fresskreis in Zürich und „wagst“ eine Kostprobe unserer (hausgemachten) Produkte – die bisher ebenfalls sehr gut ankamen. In diesem Sinne – en guete!

    Die Fressonauten
    Sven und Christian

    1. … und nach dieser kurzen Werbepause melden wir uns wieder zurück, liebe Blogleserinnen und -leser. Danke für die Einladung, aber essen ist mir immer noch lieber als fressen, sorry.

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