Der doppelte Anwalt

Gute Pfründen wollen langfristig gesichert sein. Mit dem Versprechen, die Strompreise im Jahr 2010 nicht zu erhöhen, und einer teuren Werbekampagne warben die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) deshalb in den vergangenen Monaten für einen neuen Konzessionsvertrag, den sie mit den Luzerner Gemeinden abschliessen wollen.

Dieser Vertrag sei «eine Katastrophe», kritisiert der Rechtsanwalt und Ökonom Vital Burger, Sprecher der Interessengemeinschaft Glasfaser und Energie Luzern (Igel), die das Abkommen bekämpft. Er bemängelt insbesondere die lange Lauffrist von 25 Jahren: «Damit werden Innovationen und eine dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien auf Jahrzehnte hinaus verhindert.»

Burgers Argumente sorgten zwar an mancher Gemeindeversammlung für hitzige Diskussionen, aber am Schluss siegten in den allermeisten Fällen die Befürworter des Vertrags: In mehr als 60 der 79 CKW-Gemeinden wurde der Vertrag bereits angenommen.

Was die Luzernerinnen und Luzerner nicht wussten: Mindestens ein Vertreter des Verbands Luzerner Gemeinden (VLG), der eigentlich die Interessen der Kommunen vertreten sollte, stand im Sold der CKW. Das Honorar von Mark Kurmann, Rechtsanwalt in Luzern und laut einem internen Schreiben «Mitglied der VLG-Verhandlungsdelegation», wurde vom Stromunternehmen gezahlt.

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