Der erste national-ökologisch-solare Genussartikel

Darauf hat die Welt gewartet: Das „erste nationale Solargebäck“ kommt in die Bäckereien.

Atomenergie? Ein Auslaufmodell. Kohle, Gas und Öl? So fossil wie ihre Bestandteile. Denn jetzt, hochverehrtes Publikum, wird ernst gemacht mit der Förderung der erneuerbaren Energien. Jetzt kommt der Solarkrapfen.

Ausgerechnet am 3. Mai, am «Tag der Sonne» hat das neue, einzigartige, ökologische Produkt das Licht von ein paar ausgewählten Backstuben erblickt. Und von dort aus soll der Solarkrapfen, das «erste nationale Solargebäck» weiterleuchten. «Durch die enge Zusammenarbeit mit den Bäckereien und Konditoreien der ERFA Gruppe ARTisanal» , so teilt der Berner Energiekonzern BKW mit, sei ein «genussvolles und ökologisches Süssgebäck aus Blätterteig, gefüllt mit Walliser Aprikosen, entstanden»: «Der Solarkrapfen, das erst nationale Solargebäck, wird aus zertifizierter Sonnenenergie unter dem Label 1to1 energy sun star hergestellt. Mit dem Erlös aus dem Solarkrapfen wird die Produktion der Solarenergie gefördert und somit der Anteil der neuen erneuerbaren Energien in der Schweiz.»

Potzheilandtonner wird da jetzt die Kritik an der BKW verstummen, sie unternehme nicht genug für die Förderung der erneuerbaren Energien! Das Volk wird die Bäckereien stürmen und sich am Ladentisch erbitterte Schlachten darum liefern, wer mehr fördern darf. „Bitte vier erste nationale Solargebäcke“, wird in Bäckereien zwischen Genf und Romanshorn zum geflügelten Wort werden. Wenn Coop und Migros nicht subito nachziehen, können sie ihre Backwarenabteilungen in ein paar Wochen dichtmachen, denn angesichts des unzweifelhaften Erfolgs des Solarkrapfens wird die BKW spätestens zum Sommeranfang das erste nationale Solarbrot lancieren. Bis zur ersten nationalen Solarcervelat ist es dann bloss noch eine Frage der Zeit.

Und irgendwann in der nahen Zukunft, wenn wir nach einem üppigen ersten nationalen Solarrindssteak mit den ersten nationalen Solarpommesfrites bei einem ersten nationalen Solarschnäpschen sitzen und in der ersten nationalen Solarzeitung lesen, dass sich die BKW immer noch dagegen wehrt, dass das zweite nationale Atomkraftwerk abgeschaltet wird, werden wir uns irgendwie ein wenig verarscht vorkommen.

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