Die PR-Öko-Trophy

Der französische Autobauer Peugeot beglückt die Welt in diesen Tagen mit einem ganz besonderen Ereignis: An der «Peugeot Umweltmeisterschaft» sollen acht Zweierteams in je einem Peugeot 308 HDI FAP 110 mit 60 Litern Benzin von Saarbrücken nach Barcelona fahren. In der katalonischen Hauptstadt wird dann auf einem abgesperrten Rundkurs gefahren, bis der Tank leer ist. 60 Liter Benzin auf 1156 Kilometer, das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von 5,2 Litern pro 100 Kilometer.

Bloss: Was ist weltmeisterlich daran, acht mit fossilem Treibstoff angetriebene Autos quer durch Europa fahren zu lassen? Und darf sich jemand, der drei Tage hinter dem Steuer sitzt und dabei rund 140 Kilogramm CO2 produziert, am Schluss «Umweltmeister» nennen?

Tatsache ist, dass der französische Autobauer, der sich diese PR-Übung ausgedacht hat, bisher nicht eben durch übermässiges Engagement für umweltfreundliche Technologien aufgefallen ist. Ein Hybridfahrzeug jedenfalls ist in der Produktepalette nicht zu finden. Einzig mit den mit Erdgas betriebenen Modellen schafft es Peugeot in der aktuellen Auto-Umweltliste des VCS in die Top Ten.

Da würde sich vielleicht für die «Umweltmeister»-Aspirantinnen und -Aspiranten ein Umweg über Zürich lohnen. Dort forscht man an der ETH seit Jahren an sparsamen Autos. Die bisherige Bestleistung: 3826 Kilometer – mit der Menge Wasserstoff, die umgerechnet genau einem Liter Benzin entspricht. Mit der Energie der 60 Liter Benzin, die den potentiellen «Umweltmeistern» zur Verfügung stehen, könnte der PacCar II – zugegebenermassen theoretisch, da das Fahrzeug erst als nicht-serienreifer Prototyp existiert – rund 230 000 Kilometer fahren.

PS: Falls der Sprit nach dem ETH-Besuch nicht mehr bis Barcelona reichen sollte, sei den Öko-Rally-Piloten hiermit eine Alternative empfohlen: Der Talgo 274 fährt täglich um 19.27 Uhr ab Gleis 18 von Zürich in die katalonische Metropole, Ankunft um 9.43 Uhr.


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