Ensi gegen BKW – wer sagt die Wahrheit?

Man staunt in diesen Tagen immer wieder: Über den Solothurner FDP-Ständerat und Leibstadt-Verwaltungsrat Rolf Büttiker etwa, der plötzlich in jedes Mikrofon und in jede Kamera diktiert, dass man die Option Kernenergie überdenken müsse. Oder über die BDP, die sich für den Ausstieg ausspricht, nachdem sich ihre Exponenten eben noch heftig für Mühleberg ins Zeug gelegt haben.

Ganz besonders kommt man aber ins Staunen, wenn man zwei Interviews in «Blick» und «Bund» liest. Es geht darin – selbstverständlich – über die Erdbebensicherheit der Schweizer AKW, und insbesondere um Mühleberg. Im «Blick» steht dazu in einem Interview mit BKW-Chef Kurt Rohrbach:

Frage: Wie lange muss man zuwarten, bis Mühleberg die aktuellen Anforderungen an die Erdbebensicherheit erfüllt?
Kurt Rohrbach: Sie sind erfüllt, aber behördlich noch nicht abgenommen. Der Prozess ist am Laufen.

Ganz anders tönt es im «Bund», dort in einem Artikel, in dem Georg Schwarz, der Vizedirektor des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) zitiert wird:

Beim Ensi sind etliche Berichte der BKW zu Sicherheitsfragen «in Bearbeitung» – also noch ungeprüft. Viele davon beziehen sich ganz oder teilweise auf das Erdbebenrisiko. «Die BKW hat die Berichte verspätet eingereicht», betont Schwarz. Bussen oder andere Sanktionen habe die BKW aber deswegen vom Ensi nicht erhalten, sagt Schwarz: «Dies ist in der Schweiz gesetzlich nicht vorgesehen.» Das Ensi hat von den Betreibern Verbesserungen der Erdbebensicherheit gefordert, gewährt ihnen dafür aber lange Umsetzungsfristen. Wann also entspricht die Erdbebensicherheit der AKW dem Erkenntnisstand der Pegasos-Studie? «Wir benötigen noch rund fünf Jahre», antwortet Schwarz.

Da stellt sich bloss eine Frage:

Print Friendly

Kommentar verfassen