Fairness muss sein, Herr Angeli!

Die Medienkonferenz beim ENSI, von der der Schreibende wieder einmal nur durch Zufall erfahren hat, ist zu Ende, aber Andrea Müller – auf seiner Visitenkarte steht «Public Affairs, Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat» – hat da noch ein Anliegen: «Wenn ich in Google „Kernmantel“ und „Risse“ eingebe, dann erscheint zuoberst Ihr Blogbeitrag über den wanddurchdringenden Riss in Mühleberg, Herr Angeli. Das stimmt bekanntlich nicht. Könnten Sie das wohl korrigieren? Einfach so aus Gründen der Fairness?»

Eigentlich komisch, denkt Herr Angeli, dass sich – Monate nach der Publikation – ein Vertreter des ENSI mit diesem Anliegen an ihn wendet und nicht jemand von der Mühleberg-Betreiberin BKW. Vielleicht, sinniert Herr Angeli weiter, versucht es Herr Müller bloss mit einem Angriff, weil er seinerseits ein paar kritische Bemerkungen von Herrn Angeli befürchtet. Darüber etwa, dass Herr Angeli zum wiederholten Mal keine Einladung für eine Medienkonferenz beim ENSI erhalten hat.

Aber Herr Angeli, der seinen Blogbeitrag bei Google erst auf der zweiten Seite findet, ist selbstverständlich fair und hält hiermit fest: Die Messungen der BKW am Kernmantel des AKWs Mühleberg im Sommer 2011 haben ergeben, dass kein Riss die Wand des Kernmantels vollständig durchdringt und – wiederum nach den Messungen der BKW – nun plötzlich kürzer geworden sind.

Um fair zu sein, hält Herr Angeli zudem fest, dass die AKW-Kritiker von Fokus Anti-Atom dazu erklärten, es sei «befremdlich und erstaunlich, wie stark die Risse sich nun reduziert haben sollen». Und um ganz fair zu sein, sei zudem erwähnt, dass das ENSI selber seine Zweifel hat, ob denn der Kernmantel des AKWs Mühleberg langfristig sicher ist.

Soviel Fairness muss sein. Vielleicht wird ja Herr Angeli in Zukunft fairerweise an die Medienkonferenzen des ENSI eingeladen.

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