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Denn sie wissen nicht, was sie einkaufen

«Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut», soll der grosse deutsche Komiker Karl Valentin einmal gesagt haben. Das ist zwar Jahrzehnte her – Valentin starb 1948 –, aber der Satz ist aktueller denn je. Zwischen den Gemüseständen von Migros und Aldi oder vor den Früchteaktionen von Coop, Lidl oder Volg stehen täglich unzählige Kundinnen und Kunden vor dem Dilemma zwischen Wollen und Dürfen – und vor allem vor einer grossen Wissenslücke.

Im Kern nämlich, das zeigt eine neue Studie des WWF, ist der Schweizer Konsument gut. 87 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage des LINK-Instituts gaben an, beim Kauf von Früchten und Gemüsen manchmal oder immer darauf zu achten, ob diese gerade Saison und deren Kauf somit aus Sicht der Umwelt unbedenklich ist.

Das ist die gute Nachricht. Da aber ein Wille entgegen dem Sprichwort nicht zwingend bedeutet, dass da auch ein Weg ist, folgt nun die schlechte: Drei Viertel aller Konsumentinnen und Konsumenten haben keinen blassen Schimmer, wann Tomaten Saison haben (nämlich von Mitte Juni bis Ende Oktober). Wann Trauben angesagt sind (von Anfang September bis Mitte November) wussten auch bloss 49 Prozent. Und dass Kirschen nicht an Weihnachten, sondern nur von Mitte Juni bis Ende August in den Einkaufskorb gehören, war bloss 46 Prozent der Befragten bekannt. Einzig bei den Bohnen (Mitte Juni bis Mitte Oktober) tippte eine Mehrheit richtig.

Als besonders ahnungslos erwiesen sich bei der Umfrage junge Männer zwischen 15 und 29. Sie will der WWF nun dort packen, wo sie ausgesprochen kompetent sind: bei der Benutzung ihres Smartphones. Mit einem WWF-App für das iPhone und für Android-Handys soll nun Mann jederzeit in der Lage sein, direkt vor dem Gemüseregal zu checken, ob er sich an Weihnachten getrauen kann, Erdbeeren mögen zu dürfen.