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Eis schmelzen leichtgemacht, die Fortsetzung

EisblockDie Eisblockwette auf dem Berner Waisenhausplatz ist zu Ende, das Resultat steht fest: Vom 1-Tonnen-Block, der in einem nach Minergie-P-Standard isolierten Häuschen seit dem 12. August vor sich hinschmolz, sind 60 Kilogramm Eis geblieben. Ein identischer Block in einem schlecht isolierten Häuschen war bereits am 28. August verschwunden. Den Abschluss der Aktion, die für den Minergie-P-Standard bei Bauten werben und gleichzeitig die Bevölkerung für Klimaschutz sensibilisieren sollte, bildete eine wenig klimafreundliche Wägeaktion: Mit einer an einem Kranwagen angehängten Waage wurde das Gewicht des verbleibenden Eisblocks gewogen.
Auf nicht eben klimafreundliche Weise – per Helikopter – war am 12. August auch ein Eisblock auf den Triftgletscher transportiert worden. Das Resultat: Nach rund 71 Stunden hatten laut Webseite «lausbübisches Handanlegen» und die «brennende Sonne» dem Spuk den Garaus gemacht.
Nun machen die Organisatoren aber klar, dass sie sich von solchen Misserfolgen nicht von ihrem Plan abbringen lassen: Am 9. September, so kündigen sie auf ihrer Webseite an, werde auf dem Grindelwaldgletscher die nächste Wette gestartet. Auf dass weiter im Namen des Klimaschutzes Eisblöcke in der Gegend herumgeflogen werden.


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Eis schmelzen leichtgemacht

Auf dem Berner Waisenhausplatz schmelzt Eis. Leider nicht nur dort, respektive doch nur dort.

Ein weiterer Beitrag aus der beliebten Reihe «Gute Ideen, schlecht umgesetzt»: Seit dem 12. August stehen auf dem Berner Waisenhausplatz zwei kleine Holzhäuser. Das eine gebaut mit einer Isolation, wie sie in den 70er-Jahren üblich war, das andere nach der Minergie-P-Norm. Im Innern der beiden Häuschen schmelzen zwei Eisblöcke vor sich hin. Unter www.eisblockwette-be.ch kann das Publikum den Schmelzprozess beobachten und gleichzeitig darauf wetten, wieviel vom Minergie-Eisblock am 3. September noch vorhanden sein wird. Mit der Aktion, die von der Stadt Bern getragen und von zahlreichen Organisationen und Firmen unterstützt wird, will man aufzeigen, was eine gute Hausisolation alles bewirken und wieviel Energie man damit sparen kann. «Wir tragen eine grosse Verantwortung für den Klimawandel», lässt sich Adrian Stiefel, Leiter des Stadtberner Amts für Umweltschutz, dazu im «Bund» zitieren.

Dummerweise liessen es die Organisatoren der originellen Aktion nicht dabei bleiben. Stattdessen transportierte man einen 730 Kilo schweren Eisblock hinauf zum Triftgletscher am Sustenpass, um auch dort den Klimawandel (und insbesondere das Abschmelzen der Gletscher) zu dokumentieren. Das ging allerdings – Klimawandel hin oder her – nur per Helikopter. Widersprüchlich sei das schon, räumt einer der Verantwortlichen im «Bund» ein, beeilt sich aber anzufügen, der Flug (der vom Talboden bis zum Standort des Eisblocks knappe fünf Minuten dauert) habe «nur» zwölf Liter Kerosin verbraucht.

Bloss: Um das Abschmelzen des Gletschers zu beobachten, braucht es auf der Trift keinen Eisblock. Der einst stolze Triftgletscher ist in den vergangenen zwanzig Jahren derart dramatisch zurückgegangen, dass seit 2004 eine Hängebrücke über die Schlucht führt, die einst mit Eis ausgefüllt war. Sie wurde eben erst durch eine zweite, noch spektakulärere Brücke ersetzt (siehe Beobachter 12/09).

Der Unsinn des Eisblocks auf der Trift ist offenbar Berggängern aufgefallen. «Lausbübisches Handanlegen» (und die «brennende Sonne») hätten dem Eisblock «den Garaus gemacht», heisst es seit dem 14. August auf der Webseite. Man werde aber das Publikum «in Bälde über einen weiteren Eisblock-Standort in den Alpen informieren». Auf dass weiter munter gegen den Klimawandel geflogen wird.


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