Die goldene Brücke zum Ausgang

Die BKW befördert ihren CEO Kurt Rohrbach zum vollamtlichen Vizepräsidenten des Verwaltungsrats. Das ist eine Chance.

Tja, das wars dann wohl, Herr Rohrbach. Wer in den vergangenen Wochen offene Ohren und ein paar Drähte zu Ihrem Arbeitsplatz am BKW-Hauptsitz hatte, konnte die Gerüchte nicht überhören: Verwaltungsratspräsident Urs Gasche und Sie hätten das Heu nicht auf der gleichen Bühne, wurde da aus mehr als nur einer Ecke geraunt.

Nun werden Sie also zum vollamtlichen Vizepräsidenten des Verwaltungsrats befördert. Als dieser sollen Sie im Rahmen der Reorganisation der BKW zur Holding «für die strategisch notwendigen Anpassungen Vorschläge erarbeiten». Das klingt ehrlich gesagt nicht sehr prickelnd. Jedenfalls sicher weniger prickelnd, als die Aussicht, noch Jahre mit Haken und Ösen für den Weiterbetrieb des AKWs Mühleberg zu kämpfen, an das Sie ja scheinbar unvermindert glauben.

Nun wissen wir aus der Geschäftswelt, dass nicht jede Beförderung zwingend einen Schritt nach oben bedeutet. Manchmal führt eine Beförderung den Beförderten auch einfach ein Stück näher zum Ausgang. Immerhin bietet Ihnen die BKW auf dem Weg dorthin eine goldene Brücke an: Noch etwas an der neuen Geschäftsstrategie mitdenken, noch etwas von Ihrem (zweifellos immensen) Wissen einbringen, und dann als Verwaltungsrat abtreten.

Wenn Sie das rechtzeitig tun – die Holding-Struktur der BKW soll per 1. Januar 2014 Tatsache werden – müssen Sie vielleicht nicht einmal mehr die Abschaltung des AKWs Mühleberg als Führungsmitglied der BKW miterleben. Eigentlich kein schlechter Deal, finden Sie nicht auch?

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