Überhitztes Geschäft

Mit einer Milliarde Franken will der Ständerat Sonnenkollektoren fördern. Der Bundesrat ist dagegen, und dies nicht ganz zu Unrecht. Aber wer sagt, dass man eine gute Idee nicht verbessern kann?

Die Idee tönt bestechend: Mit einer Milliarde Franken will die Berner SP-Ständerätin Simonetta Sommaruga den Einbau von Sonnenkollektoren fördern.

Wer in den vergangenen Monaten versucht hat, schon nur in den Besitz einer Offerte für eine thermische Solaranlage auf dem Hausdach zu kommen, kann nur hoffen, dass sie mit diesem Ansinnen nicht durchdringt. Allein eine Firma dazu zu bewegen, einen Prospekt zu schicken, kann angesichts der offensichtlich übervollen Auftragsbücher der Solarbranche zu einer Nervensache werden. Für umweltbewusste Hausbesitzer ist es zurzeit das höchste Glück, wenn sie von einem Fachmann am Telefon auf den nächsten Winter vertröstet werden. Wenn im Moment überhaupt eine Branche Hochkonjunktur hat, dann die Solarbranche.

Die kleine Kammer hat der Motion allen Bedenken zum Trotz zugestimmt. Tut dies auch der Nationalrat, so muss der Bundesrat – der das Ansinnen exakt wegen des guten Geschäftsgangs der Branche ablehnt – eine entsprechende Botschaft dazu ausarbeiten. Er hat damit die grosse Chance, eine eigentlich gute Idee noch zu verbessern – und seinem selber gesteckten Stromspar-Ziel einen grossen Schritt näher zu kommen (Beobachter Nr. 20/08). Wer sagt denn, dass man den Fonds bis 2012 befristen soll? Warum sollen Investitionen in eine umweltfreundliche Warmwasseraufbereitung nicht bis ins Jahr 2020 oder gar noch länger gefördert werden?

Die Solarbranche könnte so längerfristig und nachhaltig Arbeitsplätze aufbauen, und die verlangte Milliarde Franken müsste nicht innert drei Jahren aufgebracht werden. Und Sonnenkollektoren-Fans könnten mit etwas mehr Gelassenheit darauf warten, dass ihr Installateur endlich einen Prospekt schickt.

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0 Gedanken zu „Überhitztes Geschäft

  1. Mit ernuerbaren Energien kann man hocheffizient Milliarden in den Sand setzen. Mit Bundessubventionen wird das planwirtschaftliche Wirken in Gang gehalten. Auch mit Hightec hat insbesondere die Fotovoltaik nichts zu tun. Die Solarpanels und Akkumulatoren von 1975 unterscheiden sich von den heutigen nur unwesentlich. Das heisst sie machen weder ökonomisch noch ökologisch Sinn.

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